fairKauf und FinV – Gemeinsam für Andere

4 Hände schaffen mehr als 2.
fairKauf sollte – so die Initiatoren von Anfang an – mit seinen Erlösen nicht nur die eigenen sozialen Aktivitäten finanzieren, sondern auch andere Engagements unterstützen, besonders an sozialen Brennpunkten in unserer Stadt. Die Organisation FinV (Frauen in Verantwortung) hat neben dem Networking einen Blick und eine offene Hand für  soziale Probleme. „Was wir gemeinsam tun, wirkt mehr als doppelt“, stellten Karin Fourier, die Initiatorin von FinV und Nicola Barke, Geschäftsführerin von fairKauf, übereinstimmend fest.

In der Grundschule am Goetheplatz mit einem Migrantenanteil von 90 % wurde eine Leseförderung initiiert. Die Männer von fairKauf bauten eine stabile Kiste auf Rädern mit Handgriffen für kleine Hände. Hinein kamen 60 Bücher, zusammengestellt in Kooperation mit dem MENTOR-Gründer Otto Stender. Damit haben die Klassen des dritten Jahrgangs eine mobile Klassenbücherei  für Kinder, in deren Familien selten Bücher in unserer Sprache zu finden sind. In den kommenden Jahren sollen die anderen Jahrgänge bedacht werden. Silvia Menzel, Grundschulrektorin i.R. und Lorraine Kilian von FinV sowie Gabriele Lubarski von fairKauf halten ständig Kontakt zu den Kindern und das Interesse am Lesen aufrecht. Der Nikolaus brachte die Kiste und die Kinder stellten fest, dass der Nikolaus ja auch in der Türkei gelebt hat.

Im NaDu Kinderhaus im Sahlkamp werden Kinder aus 60 Nationen betreut. Die Ziele: geschützten Raum bieten, gemeinsam Spaß haben, sinnvolle Freizeitgestaltung, Gemeinschaft erleben, Sozialkompetenzen fördern und Rollenverständnis vermitteln. Inhalte sind die Interessen der Mädchen. Nötig ist dafür Geld. Die Frauen von FinV spendeten auch in diesem Jahr hochwertige Kleidung für fairKauf, die durch Rüdiger Krohne mit einem Opel vom Autohaus Harry Thiele transportiert wurden. Mit dem Erlös dieser Kleidung spendet fairKauf eine Summe für NaDu, die den Betrieb für mehr als einen Monat im kommenden Jahr sicherstellt.

„FinV, fairKauf, Mentor, Autohaus Harry Thiele – so entstehen Netzwerke, die nicht das eigene Fortkommen, sondern diejenigen fördern, die durch soziale und wirtschaftliche Schwächen schlechter vom Start wegkommen“, so Reinhold Fahlbusch, Vorstandsvorsitzender von fairKauf.

Das FinV-Netzwerk wird getragen durch eine Wertekultur von Sinn, Offenheit, Vertrauen und Verantwortung. Im Vordergrund stehen der persönliche Kontakt und das persönliche Engagement. FinV-Mitglied ist man, wenn man sich der Wertekultur von FinV verbunden fühlt, diese Werte im persönlichen Umfeld lebt und Veranstaltungen von FinV durch die eigene Teilnahme mit prägt. Es wird kein Mitgliedsbeitrag, wohl aber ein Obolus für Organisation erhoben.

fairKauf, das vielfach ausgezeichnete soziale Kaufhaus in Hannovers City, wird einzig mit dem Ziel  betrieben, aus Einnahmen die Folgen wirtschaftlicher und sozialer Probleme von Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu lindern. Dabei steht die Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt im Einzelhandel im Vordergrund.